Zucker und Energiehaushalt
Jeder Mensch braucht Energie, um zu leben. Diese Energie wird zum größten Teil zum Aufrechterhalten der Körpertemperatur und zur Bewegung verbraucht. Aber auch für die zahlreichen Stoffwechselvorgänge in unserem Körper wird Energie benötigt.
Der Mensch nimmt Energie über die Nahrung auf. Energiereiche Bestandteile unserer Nahrung sind Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate. Sie werden beim Nahrungsvorgang aufgespalten und stehen so dem Körper zur Verfügung. Für den Diabetiker sind insbesondere die Kohlenhydrate von Bedeutung.
Kohlenhydrate sind Zuckerverbindungen und lassen sich folgendermaßen einteilen:
- Einfachzucker oder Monosaccharide, z. B. Fruchtzucker oder Traubenzucker.
- Zweifachzucker oder Disaccharide, z. B. Malz-, Milch- oder Haushaltszucker.
- Vielfachzucker oder Polysaccharide, z. B. pflanzliche und tierische Stärke.
Die Energie, die der Körper ständig zur Verfügung hat, ist der Blutzucker. Dieser gelöste Zucker (Glukose oder Traubenzucker) wird zu den verschiedenen Organen und Zellen transportiert und dort zur Energiegewinnung verwertet (verbrannt).
Dabei schwankt der Blutzuckerspiegel im Laufe eines Tages: beispielsweise steigt er nach einer Mahlzeit an, bei Anstrengung sinkt er ab, weil der Zucker als Energielieferant benötigt wird. Um starke Schwankungen zu vermeiden, legt der Körper nicht benötigten Zucker in einer Speicherform in der Leber und der Muskulatur ab, dem so genannten Glykogen. Diese Glykogenspeicher haben den Vorteil, dass aus ihnen bei Bedarf wieder sehr schnell Zucker gewonnen werden kann. Allerdings ist dieser "Speicherplatz" nicht sehr groß. Weitere Energiereserven kann der Körper in Form von Fett anlegen. So kann beispielsweise bei längerem Nahrungsmangel auf diese Reserve zurückgegriffen werden.
Für den Stoffwechsel des Zuckers im Körper spielen zwei Hormone eine wichtige Rolle: Glukagon und Insulin. Dabei wirken diese beiden Hormone als Gegenspieler: Insulin ist dafür verantwortlich, dass der Blutzucker in die Zellen aufgenommen werden kann, Glukagon bewirkt einen Abbau der Glykogenspeicher.