Berberidaceae · Sauerdorngewächse
Die Berberitze ist ein stark verzweigter, graurindiger Strauch, der eine Höhe bis 2,5 m erreicht. Am Stielansatz der kleinen, elliptischen, ledrig glänzenden Blätter befinden sich mehrere Stacheln. Die kleinblütigen, gelben Blütentrauben kommen aus den Blattachseln hervor. Sie reifen zu weinroten, länglichen Beeren, die angenehm säuerlich schmecken.
Nachdem man entdeckt hatte, dass die Berberitze als Zwischenwirt des Getreiderostes fungiert und damit dessen Ausbreitung fördert, wurde sie systematisch ausgerottet. Als Wildform ist sie daher nur noch selten zu finden. Das Gelb ihrer Wurzeln war zeitweise ein wichtiger Farbstoff. In den Ländern des Nahen Ostens wurde die Wurzelrinde zur Behandlung der Orientbeule herangezogen, eine von einzeiligen Geißeltierchen verursachte Hautkrankheit, die bei unzureichender Therapie dauerhafte Narben hinterläßt. Die Beeren der Berberitze werden auch heute noch zu Marmeladen und Gelees verarbeitet. Frische Beerenauszüge wirken lindernd bei Halsentzündungen und Fieber.
Fructus Berberidis, die Berberitzenbeeren, und Cortex Berberidis radicis, die Wurzelrinde.
Vitamin C und Fruchtsäuren in der Beere, das Alkaloid Berberin in der Wurzelrinde.
Das Berberin regt die Tätigkeit der glatten Muskulatur an, erhöht die Darmperistaltik und steigert den Blutumlauf.
Berberinhydrochlorid ist Bestandteil zahlreicher Augentropfen zur Behandlung von Bindehautentzündungen, Lidinfektionen und Ermüdungserscheinungen des Auges. In der Homöopathie werden Wurzelrindenauszüge bei rheumatischen Erkrankungen, Nierensteinleiden, Funktionsstörungen von Leber und Galle, sowie Hautkrankheiten verordnet.