Alljährlich erscheinen auf den Münchner Pilzberatungsstellen Sammler, die steif und fest behaupten, sie hätten Steinpilze gefunden, bei denen aber nur der Stiel ausgebildet gewesen sei, die Kappe, der Hut habe gefehlt. Sie werden dann aufgeklärt, dass sie keine Missbildung eines Röhrlings, sondern einen Keulenpilz, nämlich die Herkuleskeule gefunden haben.
In Norddeutschland selten, aber in Mittel- und Süddeutschland häufig. Bevorzugt werden Buchenwälder auf Kalkboden. Dort gedeiht der Pilz in kleineren und größeren Gruppen, immer gesellig und gerne an feuchten Stellen.
Durch seine Größe und Gestalt ist der Pilz so charakterisiert, dass er kaum verwechselt werden kann. Die nächstverwandten Keulenpilze sind alle kleiner und viel schmächtiger. Nur die sogenannte Abgestutzte Keule, Clavariadelphus truncatus, ist ähnlich, kann aber sofort unterschieden werden, denn das obere Ende des keulenförmigen Fruchtkörpers ist bei ihr nicht rund, sondern flach, wie mit dem Messer abgeschnitten.
Die Herkuleskeule und die Abgestutzte Keule sind keine wertvollen Speisepilze. Sie sind nicht schmackhaft und häufig etwas bitter. Französische Pilzkenner bezeichnen sie als mittelmäßig und empfehlen, auf jeden Fall das Kochwasser wegzuschütten.