Jedes Kalenderjahr zeigt einen anderen Witterungsablauf und auch kein Pilzjahr gleicht dem anderen. Eines ist reich an Pilzen, ein gutes Jahr, ein anderes liefert nur magere Ernten. Einmal treten gewisse Arten in Menge auf, um dann jahrelang fast ganz auszubleiben. Das Jahr 1977 zeichnete sich z. B. dadurch aus, dass der Leuchtende Prachtbecher in vielen Wäldern reichlich zu finden war.
Der Leuchtende Prachtbecher zeigt nicht, wie viele andere Pilze Hut und Stiel, sondern er ist ein becherförmiges Gebilde, höchstens mit der Andeutung eines Stieles. Die Becher sind anfangs kugelig und geschlossen, später geöffnet. Sie erreichen einen Durchmesser bis zu vier cm und der Becherrand ist häufig eingerissen. Seine Außenseite ist weißlich, manchmal auch grünlich angehaucht. Im Gegensatz dazu ist das Innere des Bechers von leuchtend orangegelber Farbe. Das Fleisch ist wachsartig und sehr zerbrechlich.
Der Pilz ist nur im Frühjahr, in den Monaten März bis April zu finden, gerne zu der Zeit, wenn in den Gärten die Narzissen blühen. Er wächst im Moos montaner Fichtenwälder, oft in langen Ketten aneinandergereiht.
Der Orangerote Becherling, Aleuria aurantiaca ist ähnlich, wächst aber auf kiesigen Waldwegen.
Der Leuchtende Prachtbecher ist essbar; doch sollte er wegen seiner einmaligen, nicht alljährlich sich bietenden Schönheit möglichst geschont werden.