Eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit kann grundsätzlich jeden treffen, da die möglichen Auslöser sehr unterschiedlich sind und oft mehrere Faktoren zusammen spielen. In den Industrieländern leiden immer mehr Menschen an Beschwerden, die in enger Beziehung zu Ihrer Ernährung stehen. Etwa 30% der Bevölkerung sind auch ohne ärztliche Konsultation der Ansicht, dass Sie auf bestimmte Nahrungsmittel negativ reagieren und suchen daher Hilfe und Möglichkeiten der Beratung.
Unter Nahrungsmittel-Unverträglichkeit versteht man spontane oder verzögerte Reaktionen auf Nahrungsmittel oder ihre Bestandteile, die unmittelbar bei, aber auch Stunden bis Tage nach der Nahrungsaufnahme auftreten.
Individuell können ganz verschiedene Mechanismen zu spontanen oder verzögerten Reaktionen auf Nahrungsmittel führen. Diese werden z.B. über Antikörper (Allergie) und als Folge der Immunreaktion über eine Histaminausschüttung vermittelt. Es kommt zu unmittelbaren Beschwerden oder zu chronischen Entzündungen mit unterschiedlichsten Symptomen, wie Magen-Darm Beschwerden, irritierte Hautzustände (Neurodermitis), Kopfschmerzen, Migräne, Arthrose, chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Über- oder Untergewicht.
Der Betroffene weiss oft selbst nicht genau, wo der Zusammenhang liegt, insbesondere wenn Reaktionen mit zeitlichem Verzug eintreten oder sich bereits chronische Beschwerden eingestellt haben. Bei jeder Nahrungsaufnahme hat unser Immunsystem die Aufgabe wertvolle und lebensnotwendige Nahrungsbestandteile von Giftstoffen zu unterscheiden. Während z.B. wichtige Vitamine und Mineralstoffe resorbiert werden und somit über die Darmwand in die Blutbahn gelangen, sollen Giftstoffe ausgeschieden werden. Feindliche Organismen, wie Würmer, Bakterien oder Viren sollen nach Möglichkeit gar nicht erst eindringen können.
Ein wichtiges Element der Nahrungsmittel-Unverträglichkeit ist, dass der Schutzmechanismuss der Schleimhaut im Darm nicht richtig funktioniert (z.B. in Folge von Stress, einseitiger Ernährung, psychische Belastung, Infektionen, Medikamente) und dadurch unkontrolliert größere Mengen nicht ausreichend verdauter Nahrungsbestandteile in die Blutbahn gelangen. Häufig werden diese Partikel vom Immunsystem dann als Allergene erkannt. Der Körper reagiert auf diese Allergene mit der Bildung von spezifischen Antikörpern. In geringem Umfang passiert dies auch im gesunden Darm, ist dann jedoch kein Problem, weil die Mengen klein sind und das System dafür ausgelegt ist. Geschieht dies jedoch bei vorgeschädigtem Darm (Barrierestörung) und in größeren Mengen oder regelmässig, da es ein „Lieblings-Nahrungsmittel“ ist, kommt es oft zu chronischen Entzündungsprozessen und Symptomen, deren Ursache oft in Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten liegen.
Auch die Produktion von Enzymen zum Abbau von Milchzucker (Lactase) oder Histamin (DAO) ist oft dadurch beeinträchtigt. Die Energieversorgung der Darmzellen mit wichtigen Stoffen ist dann meist nicht mehr optimal und daher ist es besonders wichtig, sich um die Gesundheit der "inneren Haut" des Darms, zu kümmern und das Milieu wieder herzustellen. Vor allem unsere Darmflorabakterien, die auf der Darmschleimhaut siedeln und entscheidend am Verdauungsprozess und der Energieversorgung der Darmwandzellen beteiligt sind leiden zunehmend.
Absolut sinnvoll ist es daher, die besonders belastenden Nahrungsmittel zu erkennen und eine Zeit lang zu meiden. Häufig können Sie später wieder eingeführt werden, ohne dass erneut Symptome auftreten. Auch prophylaktisch macht die regelmäßige Pflege der inneren Darmschleimhaut Sinn, denn eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit entwickelt sich über einen längeren Zeitraum und kann grundsätzlich jeden treffen, wenn der Darm in seiner Funktion geschwächt ist.